Von 1980 - Dezember 2013 hat die Würzburger Musikgruppe Taktwechsel inspirierte und inspirierende Musik gespielt.
"Himmlisch - erdig - unüberhörbar"
klingen ihre Lebens- und Glaubenslieder, die eine Brücke bauen zwischen dem alltäglichen Kram und der Tiefendimension des Lebens.
Hier erfährst du mehr über die Geschichte dieser Band. Willkommen!

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Der Song des Monats April 2010
"Dialog"

Als Taktwechsel-„Chefkanoniker“, der bei unseren Auftritten im Auftrag der Band die Kanones anleitet, übt und dirigiert, fallen mir im April 2010 zu unserem „Dialog“-Kanon ein paar Gedanken ein. Seit wir das Stück mit Text und Musik von Klaus 1994 auf der CD „Spuren unter´m Sternendach“ aufgenommen haben, gehört es eigentlich ununterbrochen zu unserem Liveprogramm. Da wir großen Wert auf das Mitsingen und -machen unserer Zuhörer legen, eignet sich der „Dialog“ vorzüglich, um diese Idee gleich zu Beginn eines Konzertes in die Tat umzusetzen.

Die Melodie ist eingängig, der Tonumfang nicht sehr groß, der Rhythmus animiert durch seinen fließend-gehenden ersten Teil und unterbrochenen Shuffle im zweiten Teil zum Mitschnipsen oder Tippen. Wenn dann noch alle die kleine Melodiefalle (Quintsprung zwischen „dir“ und „ein“) in der dritten Zeile erkannt haben, klappt das Singen immer sehr gut.
Klaus drückt in seinem kurzen Text mit einfachen Worten die Logik eines gelungenen Dialogs aus. Um diese Logik besser zu verstehen, könnte man noch die Wortverbindung „Wenn - dann“ dazusetzen (das geht natürlich musikalisch nicht auf, aber eben logisch!). Dann würde der Text lauten:

WENN du zu mir ein offenes Wort sprichst über den Glauben und über das Leben,
DANN kann zwischen uns ein echter Dialog gelingen, der Kreise zieht in unsere Umgebung hinein.
DANN entsteht Kirche, sogar ein Traum von Kirche - Gottes Segen wird sicher dazukommen!

collage zum thema dialogWährend der Aufnahmen zu dem Song, als die Tonbandmaschine schon lief, hat sich unsere damalige Sängerin Hilde Englert in ihrer bewundernswerten „Jetz red I“-Manier darüber beklagt, dass sie bei den Aufnahmen insgesamt etwas schlecht weggekommen sei, sozusagen „unter Wert“. Wenn ich diese Aufnahme heute höre, habe ich das Gefühl, dass diejenigen, die sich damals auf das Streitgespräch mit ihr eingelassen haben, trotzdem keinen echten „Dialog“ führen wollten, sondern eher den Ausweg ins Witzige (Lächerliche?) gesucht haben, sie auf jeden Fall nicht richtig ernst genommen haben. Wie auch immer - es war ja nur eine kleine Band-interne Auseinandersetzung.

Viel deutlicher kann man leider in diesen Tagen erleben, welchen Schaden ein unterlassener Dialog, ein unterdrücktes offenes Wort, eine angeordnete Verschwiegenheit anrichten kann. Die Verantwortlichen unserer Kirche müssen beschämt offenlegen, dass sie jahrzehntelang dialog-unfähig waren und die Würde und körperliche Unversehrtheit vieler ihnen anvertrauter Jugendlicher im Interesse des „guten Rufes“ der Kirche und ihrer Vertreter zerstört haben. Erst allmählich sehen sie ein (der Regensburger Bischof wahrscheinlich nicht), dass sie doch um einen echten Dialog mit dem Kirchenvolk nicht herumkommen werden.
GIB GOTT UNS DEINEN SEGEN!

Georg Leitner

Die Noten von "Dialog" gibt es hier als PDF-Download > viel Spaß beim Ausprobieren! Eine Demo-Version kannst du hier unter > songtexte anhören

 

Das Lied zum 30-jährigen Taktwechsel-Jubliäum
"Singt mir Lob - wisst ihr nicht, dass ich die Freude liebe?"

Auf unserer allerersten Musikkassette(!!!) „Das Leben tanzen“ - also aus dem letzten Jahrhundert, genauer dem Jahr 1985 - findet sich die Aufnahme und aus den frühen achtziger Jahren stammt die Komposition eines der ersten Taktwechselsongs aus meiner Feder: "Singt mir Lob – Wisst ihr nicht, dass ich die Freude liebe?“ Somit ist in diesem Jahr 2010 dieses Lied gleichzeitig auch (fast) so alt wie Taktwechsel.

Tanz beim Jubiläumskonzert in HelmstadtVon Anfang an war und ist es auch das Grundmotto, das durch alle Taktwechselmusik bis heute hindurchtönt:
Freude am ganzheitlich gelebten Glauben, Freude am Tanz, Freude am Gottesdienst, Freude an lebendiger Kirche.
In diesem Sinn verstehe ich jedenfalls die freundliche und zugleich kritische Frage der Texterin Christa Peikert-Flaspöhler im Liedrefrain:
»Wisst ihr nicht, dass ich die Freude liebe, dass ich Ursprung aller Freude bin? Wisst ihr nicht, dass Freude Same für Frieden und Gemeinschaft ist?«
Sie legt diese Frage Gott in den Mund.

Text und Frage stammen aus einer Zeit, in der das II.Vatikanische Konzil und die damit verbundenen Hoffnungen auf einen Kirchenaufbruch von unten und von oben noch wach waren. 1984 spielten wir dieses Lied auf dem Katholikentag in München beim ersten deutschlandweiten Workshop für liturgischen Tanz mit Gertrud Weidinger und Gertrud Prem. Bei den von uns musikalisch gestalteten Gottesdiensten und bei unseren Konzerten mit liturgischen Tänzen konnte man spüren, wie Kirche auch sein kann. Soweit der nostalgische Rückblick.

Wenn wir heute nach dieses Nach-hinten-schau – Sofa verlassen und die augenblickliche Kirchenlandschaft in den Blick nehmen, dann wirkt die Musik von Taktwechsel und dieses Lied wie ein krasser Gegenentwurf:

Inmitten von fromm-softem USA-gestütztem Lobpreis, medial vermarkteten Gospels mit ausschließlich traditional-kirchensprachlichen Texten, der Verpönung von liturgischem Tanz auf kirchenkonservativen Internetseiten, restaurativen Andachts-, Anbetungs- und Beichtfestivals auf der einen und ausblutenden Kirchengemeinden auf der anderen Seite, tragen wir mit unseren Liedern immer noch diese andere Grundfrage ins Kirchenvolk. graffiti: kirche - nein - jaTrotz provokativ neokonservativem und manchmal auch pseudo-selbstbewusst und besserwisserisch auftretendem Priesternachwuchs. Trotz wohlwollenden Gesten Roms gegenüber der Piusbruderschaft. Trotz beständig wieder aufkeimenden Diskussionen über die Liturgiewürdigkeit von Liedern, die als Sanktuslied nicht ein dreimaliges »Heilig, heilig, heilig« enthalten oder in denen man das Wort Gott angeblich-vergeblich sucht.

Wer Christa Peikert-Flaspöhlers weiterführende Fragen in den Liedstrophen heute erneut stellt, löst vermutlich blauäugige Verwunderung, bestenfalls noch verschämt - frustriertes Verständnis aus:

»Warum kommt ihr so freudlos zu mir, die Frohe Botschaft zu hören?
Warum schleppt ihr es wie eine Last, mein Brot der Freude zu essen?
Warum lasst ihr die Freude vor der Tür, als sei sie der Ehrfurcht verboten?
Warum leiht ihr euch ein leeres Gesicht, wenn ihr Freunde und Liebende seid?«

Ist, wer für eine solch menschenfreundliche Kirche mal gekämpft hat, nicht aus den Kirchenräumen meist schon anders wohin entschwunden?

Dennoch: Das Lied ist und bleibt aktuell – gerade auch als Entwurf für eine Kirche, die Gottes Menschenfreundlichkeit spiegelt und tatsächlich die Sorge, die Freude und Hoffnung der Menschen teilt. Wir werden uns weiterhin nicht beirren lassen und der - nicht nur im Winter - bisweilen sehr frostig wirkenden Kirchenlandschaft „einheizen“ mit unseren Songs und Rhythmen, mit unseren Tänzen in Gottesdiensten und mit der Hoffnung auf eine zukunftsfähige Kirche. Wir werden weiterhin versuchen, mit unserer Musik eine lebendige Antwort zu sein auf die im Lied gestellten Fragen.

Rote Luftballons am Himmel über einem Kirchendach»Singt mir Lob mit den Liedern Eurer Freude, ich verstehe sie alle zu deuten. Kommt geschmückt zu mir mit Mut und Phantasie – und ihr werdet schenkend beschenkt!« Wer ein neues und weiter entwickeltes Arrangement des Songs hören möchte, kann zu unseren „Dreißigfach“ – Konzerten oder zum zweiten Ökumenischen Kirchentag nach München in diesem Jubiläumsjahr kommen. Oder gleich zu unserer großen Jubiläumsfeier mit illustren Gästen wie z.B. das Kirchenkabarett Cherubim, einige unserer ehemaligen MitmusikerInnen und Gertrud Prem. Das Fest beginnt am 25.09.2010 um 19.30 Uhr open air im Alten Gut Heuchelhof, Berner Straße 25-33, 97084 Würzburg. Herzliche Einladung!

Klaus Simon

Zu der Notenfassung:

Ein altes Lied in neuem Arrangement ist natürlich auch noch nicht mit dem Notenschreibprogramm gesetzt. Immerhin gibt es hier die Fassung von "Singt mir Lob - wisst ihr nicht" aus dem alt-ehrwürdigen Troubadour als PDF-Download > viel Spaß beim Ausprobieren!

 

 

Der Song des Monats Februar 2010
"Auch im Winter wächst das Brot"

Das Lied "Auch im Winter wächst das Brot" findet sich auf der ersten CD von Taktwechsel "Aus der Reihe", die im Juni 1993 erschienen ist.

gartenengel mit frierendem herzAm Anfang stand für mich eine Folge von Akkorden, die ich auf der Gitarre gefunden hatte und ein Picking-Muster, das mich durch seinen schwebenden Rhythmus faszinierte. So war es zunächst nur ein Instrumentalstück, über das ich mit der Flöte improvisieren konnte. Fasziniert haben mich dann aber auch die Worte des Münsterschwarzacher Benediktinerpaters Pirmin Hugger, mit denen er Verwandlungsprozesse bei Mensch und Natur beschreibt. Ich weiß heute gar nicht mehr genau, wo ich sie gefunden habe, glaube aber, dass sie in dem Buch "Brachzeit" von Bruno Dörig standen.

Nicht warten können - du siehst es nicht - tiefer schauen - alles schweigt - zweifeln - klammern, das sind alles allzu menschliche Erfahrungen, die mir gut vertraut sind, inklusive des damit oft verbundenen Schmerzes. Diese Erfahrungen spiegeln sich für mich in der Melodieführung und dem getragenen Duktus des Liedes wider. Dass wir lernen können aus dem Werden und Vergehen der Natur, dass Brachzeiten nicht nur dem Boden die nötige Substanz und Wachstumskräfte verleihen sondern auch mir - diese Erfahrung, dieses erwachte Bewusstsein konnte ich durch die Vertonung des Textes von P. Pirmin mitteilen.

Es ist ein leises Lied geworden, kein "Kracher", kein Song zum Mitklatschen. Es ist ein jahreszeitlich bedingt singbares Lied, das z.B. im Hochsommer nur schwerlich nachvollziehbar erscheint. "Fast wie im richtigen Leben .." möchte ich sagen, denn wer will in der Blüte des Lebens denn tatsächlich noch einmal die Such- und Veränderungsprozesse der Jugend heraufbeschwören und selten fragt jemand in glücklichen Tagen nach den bangen Stunden, die dieses Glück doch auch mit ermöglicht haben.

"Eine Erfahrung ist etwas, woraus man verändert hervorgeht", diesen Satz von Michel Foucault fand ich dieser Tage in einem Buch und er geht mir nach. "Auch im Winter wächst das Brot" ist für mich so eine "Erfahrung". Ohne sie wäre ich ein anderer.
Hermann Simon

Die Noten von "Auch im Winter wächst das Brot" müssten mal noch geschrieben werden. Den kompletten Text zum Lied findest du im >songbuch >songtexte. Anhören kannst du das Lied auf der CD "Aus der Reihe" - Ottos Versand ist da gerne behilflich.

 

Der Song des Monats Januar 2010
"Engel der Halbheit"

Und nochmal ein Engel: der Engel der Halbheit! Vor Jahren, zur Hoch-Zeit der Fensterbilder, hat mir meine jüngste Tochter einen Engel gemalt, der seitdem den Blick aus meinem Arbeitszimmer auf die Randersackerer Weinberge verschönt. Er schwebt am Fenster vor dem Himmel, leicht schräg und zwischen anderen Himmelskörpern platziert. Seltsamer Weise hat der Engel kein klinisch weißes Gewand, sondern ein dunkelgraues mit eingearbeitetem Stern. Immerhin besitzt er kleine gelbe Stummelflügel und goldblondes Haar.Ein bunter Engel aus Fensterfarben

Irgendwie ist er nicht perfekt, wie die Engel, die wir in der abgelaufenen Weihnachts-Saison allenthalben zu sehen bekommen haben. Aber er hat großen kindlichen Charme.
Vor allem erinnert er mich mit jedem Blick an Hermanns Lied vom „Engel der Halbheit“ - fast sieht er so aus, als hätte er ein wenig Angst vor dem Fliegen, als hätten die Flügel schon Federn gelassen und das Gesicht ist so halb unentschieden, als wüsste es nicht, ob es himmlische Gelassenheit oder irdische Unentschlossenheit ausdrücken soll.

Jetzt, zu Beginn des neuen Jahres (2010 - schon!!!), freue ich mich über meinen Engels-Ausblick: Ich gebe zu, ich brauche Mut für das Kommende; ich teile mit vielen Menschen die Sehnsucht nach heil sein; ich weiß, dass Vieles in meinem Leben aus dem letzten Jahr nur halb geblieben ist und fortgeführt, vervollkommnet, zu Ende gebracht werden muss.
Auf diesem unendlichen Weg erhoffe ich mir von einem himmlischen Begleiter, der meine Halbheiten kennt, besondere Hilfe, Licht und Schwung.
Wir Taktwechsler haben dem Lied damals vor zehn (schon!!!) Jahren hoffentlich genug drive und power mitgegeben, damit es die nötige Zuversicht für die nächsten 10 Jahre vermittelt.
Georg Leitner

Die Noten von "Engel der Halbheit" gibt es hier als PDF-Download > viel Spaß beim Ausprobieren!

Der Song der Monate November – Dezember 2009
"Verkündigungsengel"

Der Liedtext von Manfred Hausmann ist so fremd und verquer wie wahrscheinlich der Engel und seine Botschaft für Maria. Genau das hat mich gereizt, eine musikalische Ausdrucksform für diese Begegnung von vor über 2000 Jahren zu erfinden. Heraus kam ein Bluesschema mit einer besonderen Bridge in den letzten zwei Zeilen des Textes.Rote Figur in buntem Kreuz

Die Taktwechsler haben in meinen „Rohentwurf“ noch ein Gitarrenintro (Hermann spielt erstmals im Sitzen auf einer Slideguitar) und eine geshuffelte Rhythmik integriert. Und so kommt der Verkündigungsengel auch musikalisch mit „Schwinge, Gebärde und Kleid“ zum Hörer/zur Hörerin. Der Untergrund bebt vom knurrenden Bass, der Engel aber schwebt auf sphärischen Sounds aus Georgs Tastenwunderkiste.
Im Widerschein des Himmelsgoldes stürzt er „durchscheinend“ schnell und unversehens wie eine Sternschnuppe ins „Mädchengelass“. Könnte auch aus einem Märchen stammen, wenn´s nicht wirklich wäre. Und das Mädchen? Es rührt nicht die Hand, nicht den Fuß. Ja es zittert und erschrickt. Da wird die Holdseligkeit so manchen Engelsbildes ad absurdum geführt und die Gewaltigkeit dieses Grußes von Gott schimmert durch den Blick des Engels aus einer anderen Welt zu Maria.

Im Blick auf Advent und Weihnachten leuchtet da das echte Glaubensgold weit heller als die Goldigkeiten des Konsums und Kitschs, erweisen sich die Zipfelmützenweihnachtsmänner als lächerliches Kasperletheater und erhebt sich die Frage: Was verkündet der Bote von Gott eigentlich uns in unserem „Gelass“?

Klaus Simon

Den Song gibt´s vorerst nur live. Die Mitsingversion von "Verkündigungsengel" gibt es hier als PDF-Download > viel Spaß beim Ausprobieren!

Der Song des Monats Juni
"Halt mich"
(Ein Liebeslied, nicht nur vor der Meditation zu singen)

Wenn du in die Stille gehst, dann wird es meistens erst einmal ziemlich laut - in dir, um dich herum, so weiß es eine alte Gebetsweisheit.  Und es gibt sie, immer noch und immer wieder, diese Tage, an denen ich rein gar nichts mit mir anzufangen weiß, mich einfach nur irgendwo hin verkriechen oder besser wegkuscheln will, (ver)bergen in einen schützenden Arm, die Augen zu, einfach da sein dürfen, ohne jeden Anspruch.psychedelische farben und ein musikus
Es ist nicht ungefährlich, wenn ich mir in diesem Zustand begegne, weil ich zwar tief in mir Schutz und Wärme suche, aber zugleich gerade dann gereizt und empfindlich reagiere. Ich bin "stachelig" und sehne mich doch nach Nähe, so wie der bekannte paradoxe Wunsch "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Nicht leicht auszuhalten ist für mich ein solcher Zustand. Nicht leicht auszuhalten bin ich in diesem Zustand.

Mnachmal gelingt es mir trotzdem, gerade damit ins Gebet zu gehen. Aus einer solchen Betrachtungszeit heraus ist das Lied "Halt mich" entstanden. Es ist ein sehr persönlicher Liedtext geworden und so auch eher ein "Vortragslied" als ein Mitsinglied. Ein bißchen Grönemeyer im Ohr, ein beruhigend langsames Tempo und ein ohrwurmverdächtiges Instrumentalvor- und Zwischenspiel geben dem Song seine eigene Note. "Halt mich" stammt aus der CD "Neues Land" und ist nach einer längeren "Ruhephase" jetzt nicht von ungefähr wieder ins aktuelle Lebenswerkstattlieder-Programm gekommen. Es stimmt, ich "arbeite" noch immer an mir. Und noch immer weiß ich, wo ich "Halt" finden kann - auch "wenn an mir die Unruhe nagt".

Hermann Simon

Die Noten von "Halt mich" gibt es bisher nur als Akkord-Manuskript, den Text findest du im "Songbuch" unter "Songtexte". Dort kann man auch in das Lied reinhören. Viel Spaß dabei! Und wenn du magst, schreib doch einen Kommentar dazu.

 

Der Song des Monats Mai
"Soll ich?"

Nicht nur weil Elisabeth und Andreas am 02. Mai 2009 heiraten und sich für ihre Trauung diesen Song mit der alles entscheidenden Frage „Soll ich ?“ ausgesucht haben, schreibe ich mal wieder was über ein Lied von mir für unseren Songkalender. Da finde ich mich natürlich auch selbst drin wieder mit meinen Fragen und mit meinen Beziehungen – menschlich und glaubensmäßig:

Die Fragen im Text gehen ja noch weiter: Darf ich? Sprichst Du? Wag ich´s? Hab ich Angst – oder Mut? Mach ich Fehler? Hältst du mich? Falle ich? Gilt Dein Wort ....?zwei sich annähernde Hände
- Letztlich geht es um Vertrauen zu mir selbst, zu den Menschen in meiner Nähe und zu Gott.
- Letztlich geht´s um´s Worthalten und um gegenseitige Rückendeckung.
- Letztlich geht´s aber auch um Entscheidung und um den „Bungeesprung“ ins sichernde Seil ...

Der Kehrvers wendet dann das Ganze ins Positive: Ich will es wagen – auf Dein Wort. Gleichzeitig ein Kanon durchstreift der kurze Kehrverstext alle nur möglichen Melodiebahnen, klingt in Einstimmigkeit und Mehrstimmigkeit und eröffnet so alle Möglichkeiten und Blickwinkel dieser Entscheidung und dieses Wagnisses.

Wer den Song auf CD anhört, kann das Fragende und zunächst Zögerliche der Strophe genauso entdecken und nachvollziehen wie den Drive im Rhythmus des Kehrverses. Wenn die Entscheidung erstmal gefallen ist, dann geht´s wirklich vorwärts. Im Schlußsolo bleibt der tragende Grund des Basses immer gleich – für Musiker ein „cantus firmus“, wenn auch ein ganz kurzer. Während die Lebensmelodie durch alle Höhen und Tiefen wandert, ist unten drunter immer schon ein Fundament, das nicht weicht und wankt, sondern sichert und hält.

Sich entscheiden können ist heute eine Tugend geworden, die nicht mehr viele besitzen. Kirchlich heiraten ist heute nicht mehr selbstverständlich. Die Verunsicherung der Menschen ist groß. Das Hinausschieben fällt leichter als das sich Binden. Gottes Wort jedenfalls ist verlässlich. Wer sich darauf einlässt, hat eine gute Entscheidung getroffen und ein festes Fundament gefunden. Gottes Segen für Euch Zwei !

Na gut, jetzt ist es doch eine kleine Predigt nicht nur für mich, sondern auch für die zwei Heiratenden geworden. Aber was kann man von einem musikalischen Theologen oder theologisierenden Musiker auch anderes erwarten?

Klaus Simon

Die Noten von "Soll ich?" gibt es hier als PDF-Download > viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Der Song des Monats April
"Herr, wie ein Baum"


Es ist vermutlich eines der bekanntesten Taktwechsel-Lieder. Es hat schon etliche Jahre auf dem Buckel und ist dennoch nicht in die Jahre gekommen. Kein Zufall, dass es auch im aktuellen Taktwechsel-Programm "Lebenswerkstattlieder" nach längerer Pause wieder einen Stammplatz bekommen hat.

Ursprünglich erschien "Herr, wie ein Baum" auf der MC "Regenbogenzeiten" im Jahr 1990. Klaus hat einen Text von Lothar Zenetti sehr stimmig vertont und fast gleichzeitig hat die Münchner Tanzpädagogin Gertrud Prem zu diesem Lied einen liturgischen Tanz kreiert.
So ist dieser Song für ein neues geistliches Lied relativ schnell in ganz Deutschland bekannt geworden und findet sich inzwischen auch in zahlreichen genretypischen Liederbüchern.Lindenbaum im Mai

Für mich verknüpfen sich mit diesem Lied, dessen Text auch auf Psalm 1 Bezug nimmt, die Lebenshoffnungen eines Menschen. Vertrauensvoll erzählt dieser Mensch von seinen Wünschen und Träumen - Glaube, Vertrauen und Leben "küssen" sich.
Dass Menschen und Bäume "Geschwister" sind, ist kein Indianer-Mythos, sondern zeigt sich real in den zahllosen Gemeinsamkeiten, die in den Wortbildern der Strophen erzählt werden. Sie passen für mich gut zu der spürbaren Sehnsucht, mit der in diesen Tagen viele Menschen den Frühling erwarten, der noch immer mit dem langen, kalten Winter ringt.
Dieses Ringen, die flehende Sehnsucht nach Leben, wird für mich in der Rhythmik der Strophen greifbar, die sich immer mehr steigert bis hin zur Auflösung in der Bitte an den, der unser aller Leben umfängt und hält.
So wird die tragende Melodie des Refrains tatsächlich zu einem "Kehrvers", der im Werden und Vergehen allen Lebens immer wieder neu gesungen werden will.
h.s.

Die Noten von "Herr, wie ein Baum" gibt es hier als PDF-Download > viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Der Song des Monats März
"Keine Zeit"


Manchmal herrscht bei uns Taktwechslern ähnlich wie wahrscheinlich in allen Menschengruppen, die sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben haben, Uneinigkeit über die Aufgabenverteilung: Wer macht was, um einen nächsten Schritt zu gehen oder eine gesetzte Vorgabe zu erreichen.

Irgendwann muss jemand gesagt haben, dass „der Leitner“ doch auch wieder mal etwas für den Songkalender unserer Website schreiben könnte. Derjenige hat auch gleich ein Lied vorgeschlagen: Keine Zeit. Ich weiß nicht, warum er ausgerechnet auf mich gekommen ist.

Immer wieder mache ich mir seitdem Gedanken darüber. Angeblich habe ich ja immer keine Zeit. In Wirklichkeit habe ich für mich das Gefühl, dass ich mir eigentlich immer Zeit nehme, und zwar für alles, was mein Leben so von mir verlangt. Vielleicht kommt daher das Gefühl für die Enge im Terminkalender, die oft so drückend erscheint: Wenn man sich jederzeit für alles und alle Zeit nimmt, hat man gleich zu wenig davon.

Damals im Jahr 1998, als wir den Song aufgenommen haben, hat uns offensichtlich das Thema „Zeit“ erheblich beschäftigt. Warum sonst sind auf der CD „Neues Land“ insgesamt sechs Lieder, die sich auf den ersten oder zweiten Blick ebenfalls damit auseinandersetzen?
Gelegentlich mal reinzuhören, empfehle ich den BesitzerInnen der CD oder auf der Website unter Songbuch > Songtexte > Neues Land nachzulesen. Die anderen "Zeit" - Lieder heißen:
Weiter | Zeit haben | Lauf weg | Gott, der mich atmen lässt | Warten | Halt mich.
Jedesmal taucht die Zeit-Dimension in irgendeiner Form auf und regt zur Auseinandersetzung an.

Jetzt aber soll es endlich um dieses Lied gehen:
Hermann hat den Text in einem Buch seines Kollegen Petrus Ceelen gefunden und darin bestimmt auch ein Stück seiner eigenen Befindlichkeit damals entdeckt.
Jahr - Tag - Stunde - egal wie groß oder klein man die Zeiteinheit wählt - nie reicht sie uns modernen Menschen aus, um darin zu uns selbst oder gar zu Gott zu kommen.

Einen ganzen Tag von 364 besinnen? Was, soviel!
Eine Stunde von 24 beten? Unmöglich!
Eine Minute von 60 schweigen? Wann denn bitte?

Knapp ist die Zeit - schon wahr! Im Berufsleben funktionieren wir tatsächlich in immer kürzeren Takteinheiten. Immer mehr Zeit wird dabei von diesen Takten abgeschnitten, angetrieben von angeblich wirtschaftlichen Vorgaben, nach denen alles immer effektiver und damit billiger zu werden hat, damit ... ja, zu welchem Zweck eigentlich?
Kann man Kinder in Zeiteinheiten erziehen? Kranke und Alte im Akkord pflegen? Patienten im 5-Minuten-Takt heilen? Und - wer hat etwas von der eingesparten Zeit???

Zu Beginn kracht Nicolas Snare im Off-Beat-Rhythmus dränge(l)nd in Hermanns Gitarrenriff, zu dem die schrille Hammond auch nicht gerade einen ruhigen Beitrag leistet. Die immer an scharfe Tempovorgaben gewohnten Bläser haben kaum Zeit, ihre hektischen Einwürfe zu spielen, Die Basslinie läuft unaufhaltsam nach unten - die Strofen sind so arrangiert, wie es der Text vermuten lässt: Lasst mich auch mit! „Keine Zeit, keine Zeit“ interveniert der Background-Chor.
Erst beim Refrain scheint es ein kurzes Einhalten zu geben. Aber der Schreiber erkennt dabei nicht:
„So kann es doch nicht weiter gehen!“, sondern:
„Ich hab schon viel zu viel Zeit verloren!“ - also weiter, weiter, weiter - walkt hier auch der Bass und zittert das Piano.
Einen Ausweg aus dieser Ausweglosigkeit zeigt vielleicht das letzte Lied auf der CD "Neues Land": Halt mich.
Georg Leitner

Die Notenversion von "Keine Zeit" hier als "Download" Viel Spaß beim Ausprobieren!


Der Song des Monats Februar
"Hier und da"


Es gibt Harmonien, die schleichen sich ins Ohr und bleiben dann für eine gute Weile da drinnen.
So ging es mir beim Hören der CD "floating" des norwegischen Jazzpianisten Ketil Björnstad an einem entspannten Sonntag Nachmittag. Hinzu gesellte sich ein Text von Paul Weismantel, den ich am gleichen Tag betrachtet hatte und der sich unter dem Eindruck der Melodie Stück für Stück zu einem Lied formte.
Mit ein paar Umstellungen bei den Strophen und einem neuen Kehrvers war - unverhofft, ungeahnt - plötzlich der ganze Song noch an diesem Nachmittag fertig. Segen? Segen!

Mir gefällt an den Wortbildern von Paul besonders, dass Realität und Tiefendimension einander begegnen. Engelsbeine und Kinderschuhe, Menschengesichter, Schmerz, Tränen und das Blau des Himmels - vordergründig eigentlich nichts Besonderes, sondern ganz normaler Lebensalltag, der uns da begegnet. Nicht nur eitel Sonnenschein, auch die traurigen Ereignisse haben da ihren Platz.
Dem, der tiefer schaut, gewährt dieser Alltag allerdings "Durchblick". Durchblick auf den tragenden Grund, auf das begleitende Mitgehen, auch die überraschende Anwesenheit Gottes im Auf und Ab meines Lebens.

So haben wir mit der Band auch das Arrangement gestaltet. Ein eher verhaltener Beginn, ein ruhiger Melodiefluß, der sich aber mit jeder Strophe und spätestens mit dem Piano-Solo samt treibendem Schlagzeug zu einem schwungvollen Lebenstanz steigert.
Hier und da lässt er sich blicken der Segen! Hermann Simon

Die Notenversion von "Hier und da" hier als "Download" Viel Spaß beim Ausprobieren!


Der Song des Monats Januar
"Lichtkraft"


Der Lichtkraft-Kanon ist ein treuer Begleiter bei Taktwechsel-Konzerten.
Wenn Christian mit seinem Schlagzeug den Groove legt, Georg die Zuhörer/innen zum Mitklatschen und Mitrappen auffordert, dauert es meist nicht allzu lange, bis Rhythmus, Melodie und Text Herz, Hand und Fuß der Menschen erreicht und verwandelt haben.

Die Sprachkraft der Dichterin Rose Ausländer (1901-1988) ist unbestritten und sie fasst in ganz wenige Worte, was unser Suchen und Fragen seit Menschengedenken ist:
Aus dem Himmel eine Erde machen | aus der Erde einen Himmel | wo jeder aus seiner Lichtkraft | einen Stern ziehen kann.

Das inzwischen oft bemühte Bildwort von der Begegnung zwischen Himmel und Erde ist mehr als ein weihnachtliches Bild. In der Tradition der Gleichnisreden Jesu gelesen, legt Rose Ausländers Gedicht die Spur zum tiefen Sinn jeder Menschwerdung.
Die Melodie (inklusive des Vor- und Nachspiels) des Kanons lässt für mich diese Begegnung, das Miteinander von Himmel und Erde, von Gott und Mensch, von oben und unten, von Transzendenz und Immanenz im vorwärts drängenden Rhythmus leibhaftig erfahren und spürbar werden.
Wer da nur ruhig sitzen bleibt, stellt sein Licht unter den Scheffel.
Hermann Simon

Die Notenversion von "Lichtkraft" hier als "Download" Viel Spaß beim Ausprobieren!


Der Song des Monats Dezember
"Der Stern"


In allen Variationen finden wir im Dezember Sterne an Fenstern und Zweigen. Sterne als Symbol der Verheißung, der Sehnsucht, des Göttlichen, aber auch Sterne als Wegweiser sind aus der Weihnachtszeit nicht wegzudenken.
"Der Stern" lautet der Titel eines Lieds, das bei den Aufnahmesessions für die Lebenswerkstattlieder-CD seinen Anfang genommen hat, bevor es vor Publikum Gehör fand. Das ist durchaus ungewöhnlich für Taktwechsel, zunächst ein Lied auf CD einzuspielen und es erst dann im Konzert lebendig werden zu lassen.
Das Gedicht von Christine Busta, in der Vertonung von Klaus Simon, hat uns von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es erzählt von genau dieser Symbolkraft des Sterns, der einst die Sterndeuter auf den Weg geschickt hat, um nach dem Wunder Ausschau zu halten.
Wenn ich es singe, stelle ich mir stets einen nächtlichen Sternenhimmel vor, den ich von meinem Fenster aus betrachte: "Nachts erwachen und mit herrlichem Erschrecken | hell im Fenster einen Stern entdecken | und um ihn die sichere Angst verlassen | und wie Kolumbus nach dem Steuer fassen."

Nicht nur zur Weihnachtszeit halten Menschen Ausschau nach einem Wegweiser für ihr Leben. Er muss so klar sein, dass er ihnen die Angst nimmt und sie stärkt - so wie einst die Sterndeuter und Christoph Kolumbus - neue Wege zu wagen. In der Anziehungskraft dieses Sterns wird es möglich, an sich und die eigenen Träume zu glauben.
Jedes Mal ist für mich das Singen und Spielen dieses Liedes wie das Aufscheinenlassen eines Sterns am musikalischen Himmel. Er scheint hell, klar, kraftvoll und zart. Er will Mut machen und Vertrauen schenken.
Neugierig auf diesen "Stern"? Hören Sie rein: Lied Nr.1 auf der CD "Lebenswerkstattlieder"
Susanne Wilhelm

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Der Song des Monats November
"Lieder des Advent"


„Lieder des Advent“ – nicht virtuell - weihnachtlich, sondern echt – adventlich.
Bei Advent denkt man an Kerzenschein und Lebkuchenduft. Das ist eigentlich eine Verwechslung mit Weihnachten, auch wenn man Weihnachtsgebäck schon ab September kaufen kann.
Deshalb gefällt mir Paul Weismantels Text „Lieder des Advent“ sehr gut, weil da vom ursprünglich biblisch-adventlichen Wehen und Klagen, Hoffen und Bangen, Warten und Sehnen die Rede ist. Er beschreibt echte Lebenserfahrungen, nicht nur himmlisch - weihnachtliche Träume und Visionen. Er erdet den Glauben an die Menschwerdung erstmal im jetzt und hier.
Beim Komponieren habe ich nach der dritten Strophe eine Modulation mit Tonartwechsel eingebaut, weil der Text dann mehr nach vorne in Richtung Weihnachten schaut. Einen Ganzton höher schaut die Welt schon anders aus mit Blick zum Himmel., der uns offen steht und aus dem sich Gott zum Menschen neigt.
Die musikalischen Schwierigkeiten des Songs anzupacken und zu bewältigen - das lohnt sich: Ein Arrangement, das fast einsam und karg beginnt und gegen Schluss immer voller klingt, der Chorsatz mit Antworten in Echoeffekten – aber live gesungen, eine Instrumentierung von herb nach feierlich ... All das lässt ahnen, worauf der Advent uns hoffen und warten lässt.
Wer das Lied live im Rahmen eines Taktwechsel-Konzerts hören will:
16.11.08 um 19.30 Uhr Festsaal SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth bei Rieneck
28.11.08 um 19.30 Uhr Heilig-Geist-Kirche Schweinfurt (mit Paul Weismantel/Adventskalender)
29.11.08 um 19.30 Uhr St. Sebastian Würzburg – Heuchelhof (mit Paul Weismantel)
Herzliche Einladung
Klaus Simon

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Der Song des Monats Oktober
"Freudentanzglanzlied"


Auf "Spurensuche" hatte mein geistlicher Begleiter mich in den Exerzitien geschickt. Langsam, Schritt für Schritt, gelang es mir, über mehrere Tage hinweg meine Lebenskräfte und die Freude am Leben wieder zu entdecken und "unter den Augen Gottes" neues Selbstvertrauen zu gewinnen.
Die "Übung" dieser Exerzitien war, mir vorzustellen, wie Gott liebevoll auf mein Leben schaut und sich an dem freut, was da "wächst", so wie er mich gedacht und was er in mich hineingelegt hat. Aus dieser Übung stammen die ersten Textzeilen zum "Freudentanzglanzlied".

Mit "Power-Lobpreis" habe ich persönlich nichts am Hut, dann singe ich schon lieber "Großer Gott wir loben dich". Aber wie (m)ein Loblied klingt, das ich ganz persönlich und aus vollem Herzen singen und spielen kann, das weiß ich, seit ich zum ersten Mal mit den Taktwechslern am Arrangement des Freudentanzglanzlieds gefeilt habe.
Es ist - wie sich das für ein Loblied gehört - ein echtes Mitsinglied geworden und dass die meisten Menschen im Konzert dabei "sitzen" bleiben, liegt bestimmt nicht am mangelnden Groove. Gesenkter Blick, leicht eingezogene Schultern und Ausharren in der Bank erscheint noch immer vielen passender, als vor Gott zu tanzen, lauthals vor Freude "ja, ja!" zu singen und im Rhythmus zu klatschen.
Nein, nein, da geht es nicht um pseudo-religiöses Halligalli. Da geht es um die Frage, was wir Gott zutrauen und zumuten. Da ist meine Vorstellung von Gott der Schlüssel zu Freiraum oder Enge. Da geht es um eine ehrliche und authentische Antwort auf die Frage, was Gott vielleicht an mir "gut" finden könnte, worüber Gott sich freut, wenn er auf mich schaut.
Ich kenne da übrigens eine gute Übung! Ja, ja ...
Hermann Simon

Die Notenversion von "Freudentanzglanzlied" hier als "Download" Viel Spaß beim Ausprobieren!


Der Song des Monats September
"Dialog" (ein Kanon)


“Taktwechsel“ kann viele Kanones sein eigen nennen. Ob das Zufall ist ?
Was ist musikalisch besser geeignet, die Möglichkeiten des Dialogs zwischen Menschen und mit Gott auszudrücken, als ein vielstimmiger Kanon?

In der einstimmigen Variante kann ein Kanon durchaus monologisch – langweilig klingen. Je mehr Stimmen und Melodiebögen dazu kommen, desto farbiger und lebendiger wird er.

Mit vielen Menschen gesungen entwickelt sich - unterstützt vom Raumklang und Nachhall einer Kirche - eine Art Klangwolke, die den einzelnen und eventuell etwas unsicheren Sänger zu tragen vermag. Die Stimmen sind auch nicht unbedingt alle im gleichen Rhythmus, sondern ergänzen sich, klingen in die Pausen der anderen hinein und heben so bestimmte Worte hervor.
Der Text des Dialog – Kanons unterstreicht diese Gegenseitigkeit und Ergänzungsmöglicheit:

Von dir zu mir – ein offenes Wort zum Glauben und zum Leben. Von mir zu dir – ein Kirchentraum, gib Gott uns Deinen Segen!

Du, Gott, und ich im Dialog, uns zum Segen: Gott schenkt uns sein Wort und traut uns zu, dass wir aus ihm leben und glauben können.
Unsere Sehnsucht nach einer zukunftsfähigen Gemeinschaft von Kirchen und Weltreligionen dürfen wir uns gegenseitig mitteilen, aber auch Gott hinhalten und vor ihm miteinander besingen. Er kann sie stillen und erfüllen. Denn der Heilige Geist weht bekanntlich, wo er will ...

Wo Kirche sich dialogisch verhält und entwickelt, wird dieser Traum leichter und schneller gelingen ...
Klerikalismus, Engstirnigkeit und monologisches Machtgebaren von oben nach unten machen dem Heiligen Geist wohl Schwierigkeiten, aber er ist der Meister des Dialogs...

Klaus Simon

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Der Song des Monats August
"pace e bene" (Friedenslitanei)


Bei manchen unserer Lieder, die wir im Jahr 2008 spielen, hat man echt das Gefühl, dass wir Menschen niemals schlau werden. Das hatten wir doch schon vor 20 Jahren, das müsste doch schon längst geklärt sein, das dürfte es doch eigentlich gar nicht mehr geben!
Es scheint, dass es das sogar immer wieder geben muss, vielleicht machen wir in 20 Jahren nochmal eine dritte Fassung (falls es Taktwechsel dann noch gibt)?

pace e bene (die Friedenslitanei) von Taktwechsel stammt aus dem Jahr 1989 (hörbar auf der MC "Das Leben tanzen 2") und wurde von Werner Kallen geschrieben als Erinnerung an den Gebetstag der Weltreligionen im Oktober 1986 in Assisi.
Als Klaus mit der Idee seiner Neubearbeitung letztes Jahr in die Probe kam, dachte ich: „Ob das geht? Dieser Text - heute noch hörbar, sagbar, singbar?“

Ich erinnere mich, dass ich es mit einer meiner ersten Schulklassen, die ich in Würzburg als Klassenleiter führte (das muss ca. 1990 gewesen sein) unternommen habe, dieses Lied im Musikunterricht zu besprechen und zu tanzen(!), sogar und absichtlich bei einem Besuch des Schulrates. Nachdem er uns zugeschaut hatte, war sein zurückhaltender Kommentar: „Herr Leitner, das war aber sehr anspruchsvoll für die Schüler, oder?“
Ich gab ihm recht. Die Bilder, die Werner Kallen von einem zukünftigen Frieden entwirft, sind nicht leicht zu verdauen: Bis Brot aus den Kanonen kommt... bis Hass in den Vitrinen steht... Bis Manitou mit Buddha flachst... - das stellt sich im Kopf quer, das verdaut man nicht leicht, das heißt was - nämlich genau genommen, dass Frieden eigentlich nicht geht, eigentlich. Das ist eine Utopie, ein Ort, der nicht existiert, den wir uns nur wünschen können. Aber ich wollte meine Hauptschüler damals genau damit konfrontieren und war selbst mit meiner Stunde recht zufrieden.

Warum klappt das in der Welt nicht mit dem Frieden? Seit 2000 Jahren nicht, trotz jesuanischer und buddhistischer Friedensbotschaft, trotz vieler Kriege (nachdem sich viele gesagt haben: Das darf aber nicht mehr passieren!), trotz Friedensbewegung in den 80igern, trotz solcher und anderer Friedenslieder? Es klappt nicht.

Also singen und spielen die Taktwechsler wieder die Friedenslitanei. Diesmal weniger meditativ, sondern wild, laut, schnell. Sound und Instrumentierung sind irgendwie balkanisch folkloristisch geworden: Akkordeon, Tuba und (Synthi-)Klarinette hetzen sich gegenseitig von Strofe zu Strofe, und kaum kommt der Friede zum Erblühen, geht´s schon weiter zur nächsten Vision: Bis Mohammed Maria ehrt... Ob das jemals klappen kann?
Georg Leitner

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Der Song des Monats Juli: „Geh!“

Es waren verschiedene Impulse, die zur Entstehung dieses Lieds beigetragen haben.
Da war zunächst ein inspirierendes Gedicht von Wilhelm Bruners, dessen Verse von "eine nachtvoll Licht und die Stimme, die ruft" mich lange nicht mehr losgelassen haben.
Da war eine Bibliodrama-Erfahrung mit Studentinnen und Studenten aus "Theologie im Fernkurs", mit denen ich als Kursleiter ganz tief in die Szene auf dem See Genesaret "eingetaucht" bin (mit nachhaltigen Erfahrungen bis heute.
Da waren in kurzem Abstand meine eigene Hörsturz-Erfahrung samt nachfolgendem Dauertinnitus und mehrere Meldungen von Freunden und Verwandten mit Diagnose Krebs oder anderen progressiven Krankheiten.
Und da war schließlich der pulsierende Groove aus Jackie Leven´s Song "Stranger on the Square", der den letzten Anstoß gab, mich hinzusetzen und diese eigenartige Mischung aus Hoffnung und Verzweiflung, aus Wagemut und Kleinglauben in ein Lied fließen zu lassen. So habe ich mir auch ein gutes Stück der eigenen Ängste von der Seele gespielt und gesungen.

Seitdem ist "Geh!" auf unzähligen Taktwechsel Konzerten gespielt worden und hat in die CD "Neues Land" Eingang gefunden.
Es gab enorm viele positive Rückmeldungen und auch sehr interessante Nachfragen. Georg zum Beispiel hat mich einmal gefragt, warum es denn im Kehrvers heißt: "Geh, schau nicht auf den Wind"? Er meinte, den Wind könne man bestenfalls hören oder spüren, aber doch nicht sehen...

Für mich ist dieser Vers eine geniale Anspielung auf den "Schlüsselsatz" der Geschichte im Matthäus-Evangelium. Solange Petrus beim "Gang auf den Wellen" auf Jesus schaut, kann er gehen! Erst in dem Moment, "als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen." (Mt 14,30) "Nichts mitnehmen, nichts, nur das: eine nachtvoll Licht und die Stimme, die ruft!" - das offene Ende des Lieds steht für die persönliche Antwort, die jede/r von uns selbst geben kann. Auch und gerade dann, wenn das Herz Sturm läutet...

Hermann Simon

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Der Song des Monats Juni: „Versuch es“

Ein alter Taktwechselsong in neuem Sound – Klaus hat sich mal wieder von heutigen Klängen inspirieren lassen.
Für mich ist es eine sehr gelungene Variation unseres Liedes.

Mir fällt zu "Versuch es" immer wieder ein Spruch Don Boscos aus meinem Poesiealbum der 4. oder 5. Klasse (heute bekannt als Freundebücher) ein: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" - es ist das Beste, was wir auf der Welt tun können. Eine klare und einfache Aussage zum Thema Mensch (Christ) sein – oder?

Manchmal braucht es aber ganz schön Mut, über den eigenen Schatten zu springen und sich für eine Sache „in den Regen" zu stellen, gegen den Strom zu schwimmen, nicht mit dem Trend zu gehen, um dieses Gute zu tun.
Aber wenn es dann gelingt, ist es ein gutes Gefühl, häufig gemeinsam mit anderen Mitstreitern.

Auch unsere inneren "Stürme" und "Feuer" fordern uns heraus. Sie bergen die Chance, sie anzuschauen, zu leben und anzunehmen. Auf diese Weise mir selbst „gut zu sein“, setzt Kräfte frei und lässt mich wachsen. Es ist immer einen Versuch wert!

Ich glaube, dass daraus Freude und Fröhlichkeit entstehen können und die nötige Portion Gott- und Selbstvertrauen, um „die Spatzen pfeifen zu lassen“.
Claudia Simon

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Der Song des Monats Mai: „Tanz mit mir“

Die Sonne scheint, es zieht die Menschen nach draußen. Urlaubspläne werden geschmiedet. Unsere Familie zieht es immer wieder an die französische Küste.
Erinnerungen an schöne Urlaubstage mit den Kindern werden wach. Mühelos verbringen wir bis zum Sonnenuntergang Stunden am Strand. Muscheln sammeln, Strandspaziergänge, schwimmen, tauchen oder einfach nur da sitzen und den Wellen zusehen.
So entstand vor einiger Zeit in den Ferien das Lied „Tanz mit mir“.

Es erzählt von einem dieser Tage. Ich springe mit meinen Kindern in den Wellen und fühle, wie einfach die Leichtigkeit des Lebens sein kann.
„Tanz mit mir, im Licht dieser Sonne. Tanz mit mir, im Rauschen des Meers. All unsre Ängste, all unsre Sorgen fliegen im Tanz mit dem Wind.“ Lust auf eine Reise ans Meer?

Susanne Wilhelm

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Der Song des Monats April: „Alles ist Dein“

Tessin im Sommer 2006 – meine Frau Claudia und ich kommen gerade von einer kleinen Bergtour zurück in unser Ferienhaus in der Nähe von Locarno am Lago Maggiore. Wir hatten uns mit einer waghalsigen Seilbahn über schwindelerregende Tiefen in die Höhen der südschweizerischen Gletscher geschwungen und alles gesehen, was die Landschaft an Bergen und Tälern, Flüssen und Seen, Farben, Pflanzen, Felsen und Steinhäusern zu bieten hatte.

Die Gitarre habe ich „für alle Fälle“ immer mit im Urlaub dabei. Vor dem Haus setze ich mich mit Blick auf den Sonnenuntergang und dunkle Gewitterwolken auf eine Holzbank unter einem Kletterpflanzenhimmel und schreibe in sehr kurzer Zeit erst den Text und dann die Melodie mit den Harmonien zu diesem Kanon.
Dankbarkeit über den Reichtum der Schöpfung mit all ihren verschiedenen Seiten, Hellem und Dunklem (wer mich kennt, kann das auch auf Hefeweizen hin deuten), hat mich dazu „verführt“, wieder mal seit längerem ein kleines Lied zu erfinden.
Es soll einfach werden, damit es jede(r) mitsingen und nachspielen kann. Und trotzdem spannend klingen, was mich zu etwas ungewöhnlicher Melodieführung und zu „Zweier - Harmonien“ inspiriert.

Natürlich wird der Song dann (mal wieder) nicht ganz so leicht. Aber er lädt ein zum Probieren und Kosten von der Vielfalt des klingenden Abbilds dieser so reichhaltigen Schöpfung, die kein Mensch so kreieren könnte. So entsteht der Titel: „Alles ist Dein“.
Das Arrangement entwickelt sich dann daheim beim Notensetzen und bei den Proben mit „Taktwechsel“.
Hören kann man das Lied im Augenblick live 2008 auf der „Singst du in mir“ – Tour von Taktwechsel und demnächst auch auf CD.

Klaus Simon

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Der Song des Monats März: "Pfade"

Segen unausweichlich zugesagt (zur Entstehung und zum Text von „Pfade“)

"Pfade" ist das erste und einzige Lied, das ich geschrieben und so dem Taktwechsel-Repertoire hinzugefügt habe. Damit das möglich war, muss mich die Muse schon gewaltig geküsst haben...

Das war so: Volker Tesar, unser langjähriger Bassist, hat mir eines Tages seinen Text in die Hand gedrückt und gesagt: „Wär das nicht was für dich? Du könntest doch auch mal ein Lied machen!“ Volker schrieb und schreibt viele Texte für sich, für seine Tochter und auch für einen Verlag, und er hat da eine für mich bewundernswerte Sprachkraft. Ich fühlte mich also in dem Moment echt geehrt und dachte: „Der vertraut ja mir seinen Text an!“ - nicht Klaus oder Hermann oder Susanne, die sonst für die Musik stehen. Das war ein Ansporn, der irgendwie mit einem musikalischen Gedanken korrespondierte, den ich sowieso schon länger mit mir herumtrug. Also setzte ich mich ziemlich schnell hin und fand irgendwie die Harmonien und die Melodie, die zu diesen Versen passte. Vor einem unserer nächsten Auftritte nahm ich Volker zur Seite und spielte ihm das vorläufige Ergebnis vor. Ich glaube, er hat sich gefreut, zumindest lachte er und sagte: „Das ist ja schnell gegangen“. In den Proben hat dann die ganze Band geholfen, das Stück zu arrangieren, wie es eigentlich immer bei Taktwechsel ist.

Mir gefällt besonders die Bestimmtheit, mit der Volker die Segensworte dem Leser/Hörer zuschreibt. Es heißt nicht: „Auf deinen Pfaden sollen die Steine ... geebnet werden“ oder „Ich wünsche dir, dass die Steine geebnet werden“ oder „Gott möge dir die Steine aus dem Weg räumen“. Nein, es heißt: Sie „werden ... geebnet zu weicher Furche“. Im Moment, in dem der Segen ausgesprochen wird, ist schon sicher, dass es auch so kommen wird. Das finde ich sehr bestärkend, auch wenn Volker bei der Form des Wortes „werde“ schon auch ein bisschen mit dem Konjunktiv als "Wunschform" spielt. Denn „werde“ könnte auch so gebraucht sein wie im Schöpfungsbericht bei „Und Gott sprach: Es werde Licht“. Ich verstehe aber alle „werden“ und „wird“ in Pfade als Ausdruck des Indikativs, der "Wirklichkeitsform", als feste Zusage, dass auf meinen Pfaden mit diesem Wunsch im Rücken nichts wirklich Schlimmes passieren kann, was mich als halbwegs gläubigen Menschen aus der Spur bringt.

Georg Leitner

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Der Song des Monats Februar: "Kyrie - Weg, Wahrheit, Leben"

Dieses Lied greift eine uralte christliche Gebetstradition auf, das sogenannte "Jesus-Gebet". Diese Form des Betens ist seit den Wüstenvätern (3. Jhdt.) überliefert und wurde vor allem in der orthodoxen Kirche praktiziert und weitergegeben. Das "Geheimnis" dieses Gebets besteht in der fortwährenden und vertiefenden Wiederholung und Anrufung des Namens Jesu, die mit dem eigenen Atemrhythmus verbunden werden kann. "Herr, Jesus Christus, erbarme dich meiner" - das Ostinato des Liedes, ist eine von vielen möglichen Formen. Welche Formel man auch immer verwendet, Mittelpunkt und Herzstück der Anrufung muss der heilige Name selbst sein, das Wort "Jesus". In diesem Sinn habe ich als Strophen, die über dem durchgängigen Kehrvers gesungen werden, die Selbstaussage Jesu aus dem Johannes-Evangelium hinzugefügt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". Der Text der Vorsängerstrophen versucht, diese Selbstaussagen Jesu in Beziehung zu unserer Lebenswirklichkeit zu stellen. Herausgekommen ist ein eher meditatives Lied, das sich sowohl auf der Gitarre als auch mit der vollen Bandbesetzung spielen lässt. Beim Arrangement hatte ich noch die ruhig fließende Musik des Tord Gustavson Trios im Ohr, sanfte Klänge, die in die Tiefe führen, ohne langweilig zu wirken. Nicht zuletzt deshalb habe ich mich für eine B-Tonart entschieden und den Song in Es-Dur gesetzt. Auf der Gitarre spiele ich das Lied mit dem Kapodaster im dritten Bund. Ihr findet das Lied als Download in der "Mitsingfassung" unseres Liederbuchs. Viel Spaß beim Ausprobieren!


Der Song des Monats Januar "Bei dir"


Viele meiner Texte entstehen, während ich in Schweigeexerzitien bin. Für "Bei dir" habe ich z.B. die ersten Textzeilen 1997 in Birkenwerder bei Berlin aufgeschrieben. Es hat dann aber noch eine ganze Weile gedauert, bis das "fertige" Lied im Jahr 2000 auf der CD "Windlichter" erschienen ist. Absolut neu war, dass sich auf der CD gleich zwei ganz unterschiedliche Versionen von "Bei dir" finden.

Mein Bruder Klaus hatte den Text auf einem persönlichen Kalender entdeckt, den ich ihm geschenkt hatte und so kam es, dass wir eines Tages in der Bandprobe beide gleichzeitig unsere Kompositionen präsentierten.
Weil den übrigen Taktwechslern beide Versionen spontan sehr gut gefielen, war die Entscheidung schnell gefallen: wir nehmen beide in unser Programm auf. Während die melodisch eingängige und gut singbare Version von Klaus sich inzwischen als echter "Hit" in die Herzen vieler Taktwechsel-Fans eingeschrieben hat, liebe ich an meiner Version nach wie vor den eher meditativ-suchenden Charakter und natürlich das Flötensolo auf der Low-Whistle.

Das Lied erzählt eine für mich wesentliche Erfahrung: Beten geschieht in ganz unterschiedlichen Weisen und auf sehr verschiedenen Wegen. So wie es nicht hilfreich ist, die beiden Versionen des Lieds "gegeneinander" auszuspielen oder sie bewertend zu vergleichen, so ist es für mich mit den Weisen des Gebets. Beten ist "bitten", aber immer auch mehr, Beten geht genauso auch ganz ohne Worte. Beten ist "spüren", braucht das Gefühl, geht aber nicht darin auf, sondern sucht die Begegnung, lässt sich "inspirieren". Beten ist (ver)trauen, gibt der Sehnsucht Raum, wagt neue Schritte, bleibt nicht beim Vergangenen stehen. Entscheidend ist, dass ich in meinem Beten ganz da bin vor dem, der immer schon da ist. Entscheidend ist, dass Gott ein Herz für mich hat und in diesem Herz sein Traum von mir lebendig ist: "kein Herz so wie dein Herz | und doch dein Herz | Herz an Herz mit uns."

Ich persönlich singe das Lied gerne am Beginn von Gruppentreffen, z.B. bei Besinnungstagen oder im Bibelkreis. Im Gottesdienst kann es als Lied nach der Lesung Verwendung finden oder auch als Themalied, z.B. wenn es um das Beten geht. Natürlich - und so ist es entstanden - eignet es sich vor allem als persönliches Gebet.

Für den Weltjugendtag 2004 ist auch eine englische Übersetzung entstanden (Text unter "songbuch / songtexte / windlichter").

Der "Bei dir"-Notensatz als "download" enthält die Version von Klaus. Beide Versionen finden sich auf der Taktwechsel-CD "Windlichter" (> siehe auch "Diskographie").

Ich freue mich, wenn ich von euren Erfahrungen mit "Bei dir" höre. Unter "Info & Kontakt" könnt ihr mir gerne direkt schreiben.

Hermann Simon

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